Nordspanien
Meine erste Reise nur noch mit der Olympusausrüstung

Ich hatte bestimmte Dinge im Kopf, so z.B. die Pyrenäen und Geier, sowie die Steilküste des Baskenlandes, denn da war ich als Kind mal. Zudem hab ich im Reiseführer gelesen, dass San Sebastian zwischenzeitlich Europas Hochburg für kulinarische Genüsse ist und vor Allem die Pintxos-Bars dort schon fast Kultstatus haben.

Also los ging es mit meiner Frau und dem Wohnmobil durch Frankreich direkt nach San Sebastian. Wir haben knapp 3 Wochen geplant und wollten an der Küste entlang tingeln bis zur portugiesischen Grenze. Das war der Plan. Ca. 4.700km später muss ich mein Vorstellung von Nordspanien korrigieren, nein besser erweitern. Wir haben eine Vielfalt erlebt, die wir Beide so nicht erwartet haben. Das Wetter war durchwachsen, aber die Eindrücke gewaltig. Jedes der Gebiete, durch die wir kamen ist einzigartig schön und eine eigene Fotoreise wert …

Kulinarische Genüsse in San Sebastian

Nur wer gut isst, der fotografiert auch gut.... So haben wir meinen Geburtstag erstmal in San Sebastian gefeiert. Die Pintxos und der lokale Weisswein sind wirklich was Besonderes... Meine Frau hat kurz vor dem Urlaub noch eine Olympus OMD-E M5 MkII bekommen und ist überglücklich damit, denn sie ist handlich, macht exzellente Bilder und die eingebauten Motivprogramme haben es ihr angetan. Und ich habe so den Vorteil, dass sie zunehmend fotografiert und ein Bisschen mehr Verständnis für meine ständigen Fotopausen hat... Jetzt muss ich sogar manchmal auf sie warten. Aber das ist gut so.

An der Küste entlang gen Westen

Das Baskenland ist zerklüftet bis direkt an die Küste, unglaublich grün und üppig durch das Atlantik-Klima. Bereits kurz hinter der Küstenstrasse beginnen abenteuerliche Sträßchen in enge Täler und über Berge zu gehen. Das zieht sich durch bis an die Westkante Spaniens. Nach dem Baskenland kommt Kantabrien und Asturien. Beide Gebiete werden zum Landesinneren hin von den Picos del Europa abgeschlossen, die sehr schroffe und hohe schneebedeckte Gipfel haben. An der Küste findet man neben malerischen Dörfern und Städten haufenweise einsame Buchten eingerahmt von schroffen Felsenküste. Fotografisch eine Motiv-Vielfalt ohne Ende für die Landschaftsfotografie. Oft kommt man nur schwer mit dem Wohnmobil an die Strände, aber da und dort haben wir was gefunden auch wenn die Strassen eng und kurvig waren. Wir treffen immer wieder auf eine Variante des Jakobsweges und entsprechend so manchen abgekämpften Pilger. In Galicien schliesslich sind wir ein paar Tage in der Nähe von Ferrol an der Rias Altas geblieben. Strand, Felsen, unberührte Natur und viele Singvögel.

Rechts oben:
(Der Zugang zu den versteckten Buchten ist manches mal ein Abenteuer - WoMi = 2,70m ; Decke = ca. 3m... hoffentlich)

Rechts unten:
(Manche Durchgänge sind dann doch auch etwas "geräumiger"...)

Impressionen aus Galizien


(Bild: Silvia Geh - Interessant, die Gaudi Villa in Comillas.)


(Was für eine Gaudi....)


(Sehr schöne Küstenabschnitte sind die Entschädigung...)


(Bild: Silvia Geh - Wir geniessen die Fototouren entlang der Küste)


(Und das gute Essen entlang der Küste sorgt für die nötige Energie zum fotografieren)

Rias Altas in der Nähe von Ferrol in Galicien

Sierra de la Culebra

Nach 9 Tagen entlang der Küste beschlossen wir ins Landesinnere zu fahren. Im Reiseführer las ich von einer Gegend, in der die meisten Wölfe Europas leben, fast 50% der Gasamtpopulation. Dieses Gebiet liegt an der Portugiesischen Grenze etwas südwestlich von Benavente. Wir steuerten einen abgelegenen, aber wie sich rausstellte sehr schönen Campingplatz an. Schon auf der Fahrt über Neben-Sträßchen staunten wir nicht schlecht über die wunderbare Landschaft. Steineichenwälder und Buschland mit blühenden Zistrosen soweit das Auge reicht.

(Die Zistrosen und viele andere Büsche blühten und tauchten die Landschaft in ein weisses Blütenmeer)

(Weites Land mit wenig Menschen und sehr extensiver Landwirtschaft - Ideal für die Tierwelt)

Am Campingplatz gab es die Möglichkeit mit kundigen Biologen des nahgelegenen Wolfs-Infocenters auch Touren zu machen. Leider hatte keiner der Führer in den folgenden Tagen Zeit für uns, obwohl sich der supernette Campingplatzbetreiber sehr für uns bemüht hat. Naja, wir machten abends eine erste Tour in die umliegenden Felder und entdeckten wahre Fotoschätze. So standen ganze Wiesen voll mit Orchideen. Vor allem der Zungenstängel war natürlich ein Highlite. Um uns herum in den Steineichenwäldern wimmelte es von Vögeln. Wiedehopf, Neuntöter, Raubwürger und viele Singvögel. Nachts ein wahres Kauzkonzert. Wir haben zumindest Zwergohreule und Waldkauz rausgehört. Das Essen im Campingplatzlokal war auch sehr gut, supergünstig und ländlich authentisch.

Dieser Campingplatz ist ein echter "Geheimtip" für Naturfotografen. Hier der Link

(Wiesen voller Orchideen zwischen den Steineichen direkt neben dem Campingplatz)

(Einschwieliger Zungenstengel zu Tausenden in den Wiesen)

Burgos und Kultur

Spanien, auch Nordspanien ist voller Kultur, vor allem geprägt durch die mittelalterlichen Bauten und allgegenwärtig der Camino de Santiago (Jakobsweg) und der damit verbundenen katholischen Prägung. Exemplarisch für diese Dinge haben wir in Burgos ein wenig Zeit damit verbracht und uns die Kathedrale angeschaut. Protz und Machtanspruch der damaligen Kirchenfürsten mischten sich mit künstlerischer Gabe der damaligen Baumeister. Wir verlassen die Stadt mit ambivalenten Gefühlen diesbezüglich.

(Bild: Silvia Geh - Die Kathedrale in Burgos)

(Die Kuppel der Kathedrale war schon beeindruckend)

PARK NATURAL CANYON DEL RIO LOBOS

Nach der vielen Kultur ging es weiter Richtung Osten. Auf der Strecke Richtung Tudela machten wir einen Abstecher in den Park Naturale del Rio Lobos weil ich gelesen hatte, dass es dort Geier gibt. Wir staunten nicht schlecht wieviele davon gleich zu entdecken waren. Und der Aussichtspunkt am Ausgang des engen Tales hat sich als perfekt erwiesen, denn hier kreisen die Geier der Thermik wegen immer wieder fast auf Augenhöhe in nächster Nähe vorbei. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, denn wir wollten in die Bardenas Reales. Das Wetter war auch nicht so gut und es ging ein kalter Wind. Ich hab ca. 1h fotografiert und beschlossen, dass ich irgendwann hier nochmal herkomme um mich ein paar Tagen den faszinierenden Tieren zu widmen.

(Blick ins Tal des Rio Lobos - Rechts in den Wänden nisten Gänsegeier)

(Vom Aussichtspunkt aus öffnete sich das Tal in eine weite Ebene - Idealer Lebensraum für die Tiere)

BARDENAS REALES

Ein Fotokollege berichtete mir, dass diese Gegend was ganz besonderes ist. Mitten in Navarra, das durch Weinbau und Obst bekannt ist gibt es eine Gebiet, das es mit Colorado und Arizona aufnehmen kann. Badlands, die durch Erosion entstanden sind, weil die Menschen im Mittelalter die Wälder zu progressiv abholzten. Farben und Formen, wie man sie aus den Nationalparks in den USA kennt. Kaum bekannt und wenig besucht ist das wirklich etwas Besonderes gewesen. Wir hatten Glück und bei der Ankunft war bestes Abendlicht mit Gewitterstimmung. Es gibt ein Informationszentrum und man kann dort eine Karte bekommen, mit der man durch die Bardenas auf insgesamt ca. 70km schlimmste Holperstrassen fahren kann oder zum Wandern. Nach der ersten Runde am Abend übernachteten wir auf einem Stellplatz in der Nähe und sind morgens 8:00 Uhr wieder durchgefahren. Leider darf man nur eine Stunde nach Sonnenaufgang und bis eine Stunde vor Sonnenuntergang in das Gebiet.

Trotzdem. Es war ein Erlebnis und fotografisch auch sehr interessant.

(Vergängliche Schönheit - wirkt wie aufgerissene Wunden in der Erde)

(Bild: Silvia Geh - Auf manche der Erosionsplateaus kann man hochsteigen, Schwindelfreiheit vorausgesetzt)

Zwischen den Erosionserscheinungen betreiben die anliegenden Orte noch Landwirtschaft. Aber auch das wird irgendwann ein Ende haben. Für die Tiere ist das ein besonderer Lebensraum mit über 41.000 Hektar und wenig Wasser und das wird wohl auch anerkannt, denn die begrenzten Zugänge dienen den Tieren wie Großtrappen, Wachteln und anderen speziellen Karglandbewohnern zum Schutz und wurden so zum Unesco Biosphere Reservat ernannt.

FAZIT ZUR OLYMPUS AUSRÜSTUNG

Wie eingangs erwähnt war das meine erste Reise mit meiner neuen Olympus-Ausrüstung. Und ich bin zufrieden. Die komplette Ausrüstung im Mindshiftgear-Rucksack mit ca. 10Kg passt in einen Schrank im Wohnmobil. Ein M1-Gehäuse mit angesetztem "600er" ist immer schussbereit im Rucksack und ich konnte völlig unbeschwert ausgedehnte Wanderungen über schroffe Felsen an der Küste oder schnell mal in irgendeine Region machen. Genug Tagesproviant und Regenkleidung passt auch noch in den Rucksack. Das gefällt mir.

Die Qualität der Bilder ist für mich auch überzeugend, sowohl beim ausgedehnten Fotografieren von Landschaften, wie auch die Teleaufnahmen von Singvögeln oder z.B. den Geiern. Gerade da merkte ich den Vorteil ohne Stativ arbeiten zu können, denn ich konnte sehr schnell reagieren und im Buschland z.B. so superscheue Vögel wie die Provence-Grasmücke erwischen, die immer nur Sekundenweise aus der Verdeckung kommt.

Bei der Landschaftsfotografie mit dem 7-14er Objektiv musste ich noch Einiges dazulernen beim Einsatz der LEE Filter, aber dazu mehr im UmstiegsBlog.